Eine Landesgartenschau ist das regionale Pendant zur Bundesgartenschau, eine Ausstellung zur Landschaftsarchitektur und zum Gartenbau. Dahinter steht die Idee, einer Stadt oder Gemeinde durch landschaftsbauliche Maßnahmen zu neuer Attraktivität zu verhelfen und den Tourismus zu fördern. Die Gemeinde, die eine Landesgartenschau ausrichtet, wird vom jeweiligen Bundesland mit Fördermitteln bezuschusst.
Damit, und einem Eigenanteil, können dann umfassende Eingriffe in öffentliche Anlagen, Parks und Naherholungsgebiete getätigt werden. Gelegentlich werden sogar seit langem geplante städtebauliche Maßnahmen vollzogen, wie zum Beispiel die Freilegung des bis dahin verdolten Neckars in Villingen-Schwenningen zur Landesgartenschau 2010. Durch das seit Jahrzehnten wachsende Bewußtsein für Natur und Umwelt hat die Umsetzung ökologischer Ziele und die Verbesserung nachhaltiger Landschaftsgestaltung einen großen Anteil bei der Planung gewonnen.
Die erste Landesgartenschau fand 1980 in Ulm und Neu-Ulm statt, gemeinsam ausgerichtet von den Ländern Baden-Württemberg und Bayern. Auf einer Fläche von insgesamt 56 Hektar wurde ein attraktives Naherholungsgebiet am Ufer der Donau geschaffen das bis heute Bestand hat. Mit einer Besucherzahl von nahezu 1,4 Millionen wurde der Grundstein für weitere Gartenschauen gelegt. Dem Vorbild dieser Ausstellung folgten nach und nach weitere Bundesländer und mittlerweile haben alle bis auf Hamburg, Bremen, Berlin und das Saarland Landesgartenschauen angeboten. Je nach Bundesland variiert die Haufigkeit der Ausrichtung, beispielsweise in Rheinland-Pfalz etwa alle 4 bis 6 Jahre, in Nordrhein-Westfalen, Bayern und Baden-Württemberg nahezu jährlich, in anderen Bundesländern alle 2 Jahre oder unregelmäßig.
Fast jede Landesgartenschau zieht in der Zeit von Frühjahr bis Herbst Millionen staunende Besucher jeden Alters an. Ganze Familien erfreuen sich an neu angelegten Wegen, Blumen, Bächen die ihren natürlichen Lauf zurückgewonnen haben, tollen Spielplätzen und einer insgesamt sehenswerten und in die natürliche Umgebung eingebundene Landschaft.
Dieses Erlebnisangebot prägt das Bild einer Gemeinde nachhaltig, die Anziehungskraft steigt, sowohl für Touristen als auch für die ortsansässige Bevölkerung. Was die Jahre danach für die jeweilige Gemeinde übrigbleibt ist oft ein einzigartiges Naherholungsgebiet mit einer großen pflanzlichen Vielfalt, welches ohne die Ausrichtung eines solchen Projekts nicht zustande gekommen wäre.
